Wiederholen
Was bedeuten die Farben im Text?Jeder hat sicherlich schon einmal gehört, daß man Gelerntes unbedingt wiederholen soll, denn sonst vergißt man es. Ein recht sinnloser Rat. Es ist zwar nicht so, daß dieser Hinweis nicht stimmt, aber er nutzt kaum etwas.
Um ein effektives Lernen zu erreichen, wäre es sinnvoll, nur dann etwas zu wiederholen, wenn man es gerade vergessen hat. Außerdem sollte nur das wiederholt werden, was vergessen wurde - den Rest weiß man ja noch. Dummerweise besteht die einzige Methode zum Überprüfen des Lernstoffes darin, alles abzufragen, also zu wiederholen. Es gibt jedoch einen recht brauchbaren Kompromiß, bei dem sehr selten unnötig wiederholt.
Zunächst jedoch ein bißchen Theorie.
Wie schnell man vergißt
Angenommen, man hat eine ausgiebige Lernperiode hinter sich. Untersucht man nun wie schnell das Gelernte wieder vergessen ist, so erhält man einige interessante Ergebnisse.
- Nach dem Ende der Lernperiode steigt die Erinnerung an das Gelernte zunächst an! (Das Gehirn muß noch die letzten Informationen verarbeiten.)
- Nach 10 bis 15 Minuten ist die Erinnerung an das Gelernte auf ihren Höhepunkt. Erst jetzt beginnt man zu vergessen.
- Dinge, an die man sich jetzt schon nicht mehr erinnern kann, wurden erst gar nicht (richtig) gelernt!
- Nach etwa einem Tag erinnert man sich an ungefähr 20 bis 25 Prozent des Gelernten. Dieser Wert bezieht sich auf das "herkömmliche" Lernen von nicht miteinander in Zusammenhang stehenden Fakten.
Die hier angegeben Werte sollen nur als Richtlinie dienen. Es kann durchaus zu größeren Abweichungen kommen. Richtig ist immer, daß die Erinnerung kurz nach dem Ende der Lernperiode ansteigt und dann immer abfällt, sofern man nicht wiederholt. Nur in ganz wenigen Fällen kommt es beim herkömmlichen Lernen vor, daß man sich sein ganzes Leben an das Gelernte erinnert, obwohl man es fast nie gebraucht hat.
Richtiges Wiederholen
- Etwa 10 Minuten nach Ende der Lernperiode.
- Etwa 24 Stunden danach.
- Eine Woche später.
- Einen Monat später. Das sollte schon ausreichen.
- 6 Monate später.
- (Für die Perfektionisten:) 12 bis 18 Monate später.
Beim ersten Wiederholen (nach 10 Minuten) sollte man sich einen Überblick zum den Lernstoff verschaffen. Ohne seine Notizen schreibt man alles wirklich wichtige auf, kleinere Details werden im Kopf wiederholt. Ideal wäre das Anfertigen eines Mind Maps. Das Ganze sollte nicht länger als 10 Minuten dauern. Die angefertigten Notizen sollten danach mit den Aufzeichnungen verglichen werden. Alles, was fehlt, sollte in der nächsten Lernperiode noch einmal gelernt werden.
Alle nun folgenden Widerholungen sehen wie folgt aus:
- Zunächst versucht man, sich alles ins Gedächtnis zu rufen. Danach sollte man das Wichtigste notieren.
- Nun vergleicht man alles mit den alten Notizen. Lernen sollte man alles, was falsch war oder vergessen wurde. Die neuen Notizen sollte man zu den alten Legen. Damit kann man später erkennen, wo immer wieder Fehler gemacht werden.
Stellt sich heraus, daß man (fast) alles bei jeder Wiederholung kann, sollte man versuchen die oben angegebenen Zeitpunkte weiter hinauszuschieben.
Warum man Zeit spart
Das ständige Wiederholen sieht zunächst einmal nach Zeitverschwendung aus. Ziel des Widerholens ist, den gesamten Lernstoff möglichst für immer zu behalten. Mit der alten Lernmethode sah das dann so aus:
- Jedes Mal, wenn man feststellt, daß man einiges vergessen hat, setzt man sich hin und lernt alles auswendig.
- Manchmal braucht man das Gelernte für längere Zeit nicht anzuwenden. Es wird langsam vergessen. Braucht man es dann wieder, ist fast alle weg.
Wiederholt man den Stoff wie oben angegeben, so wird fast nur das wiederholt, was man vergessen hat. Da immer dann wiederholt wird, wenn man anfängt, etwas zu vergessen, ist das Wissen immer parat. Nach einigen Wiederholungen erinnert man sich an (fast) alles. Somit wiederholt man nur das nötige Minimum und spätestens nach 6 Monaten braucht man keine weitere Wiederholng. Man spart Zeit.
Wer es nicht glaubt, kann sich ja einmal selbst testen. An den Ergebnissen wäre ich sehr interessiert.
Wie organisiere ich den Lernstoff
Lernt man viel, so sammelt sich schnell eine Menge an Lernstoff an. Ohne eine gewisse Ordnung verliert man leicht den Überblick, wann gelernt bzw. wiederholt werden muß.
Glücklicherweise gibt es ein einfaches, nicht aufwendiges System, mit dem man diese Probleme umgeht.
| Lernen mit Karteikarten |
