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Unser Gedächtnis

Gedächtnisarten

Was bedeuten die Farben im Text?

Nur ein Gedächtnis?

Viele Experimente zum Gedächtnis haben fast nur gezeigt, daß es extrem kompliziert ist. In der gängigen (populärwissenschaftlichen) Literatur wird es in drei Teile aufgeteilt: Ultrakurzeitgedächtnis, Kurzzeitgedächtnis und Langzeitgedächtnis. Die entsprechenden Experimente deuten darauf hin, daß diese Gedächtnisarten existieren. Andererseite gibt es genügend Anhaltspunkte, die darauf hinweisen, daß es noch viel mehr geben muß und nicht alles so einfach, wie hier dargestellt, funktioniert.

Das Ultrakurzzeitgedächtnis

Ins Ultrakurzzeitgedächtnis, auch sensorisches Gedächtnis genannt, gelangen alle von den Sinnesorgangen kommenden Eindrücke und werden hier kurzfristig (etwas eine Viertel Sekunde lang) als Sinneseindruck gespeichert.
Soweit bekannt ist, werden im sensorischen Gedächtnis sehr viele Informationen gespeichert, auf die man aber nicht unbedingt bewußten Zugang hat. Sind die eingehenden Informationen unwichtig, so werden werden sie "herausgefiltert" und gelangen nicht in das Kurzzeitgedächtnis.

Ich kenne keine Möglichkeit, das Lernen durch Beeinflußung des Ultrakurzzeitgedächtnisses zu verbessern.

Das Kurzzeitgedächtnis

Werden Informationen bewußt aufgenommen, d. h. wir wollen uns mit ihnen beschäftigen, gelangen sie in das Kurzzeitgedächtnis. Dort können sie einige Minuten bis Stunden (die Literatur ist sich hier sehr uneinig) bleiben. Anscheinend können wir nur etwa 5 bis 9 (7±2) Informationseinheiten gleichzeitig im Kurzzeitgedächtnis behalten. Auch hier werden Informationen, die sich als unwichtig herausgestellt haben, herausgefiltert.
Viele fragen sich jetzt, was eine Informationseinheit ist? Am besten macht man dazu ein Beispiel. Angenommen, man soll die folgende Liste von Begriffen lernen:

Fluor, Chlor, Brom, Iod, Astat

Einem Vorschulkind dürften diese Worte nichts sagen. Wenn es sie behalten wollte, müßte es wahrscheinlich die einzelnen Laute lernen. Das macht im besten Fall neun Informationseinheiten.

Ein Schüler, der etwas Chemie hatte, dürfte die ersten vier Worte kennen, das fünfte eher nicht. Mit etwas Glück macht das fünf Informationseinfheiten.

Ein Chemiker erkennt sie fünf Worte als Elemente der siebenten Hauptgruppe. Das macht eine Informationseinheit.

An dieser Stelle eine einfache Lernregel. Beim Lernen von Listen (also Fakten, Eigenschaften, Daten, ...) ist es unbedingt zu vermeiden mehr als sieben Informationen zu lernen.

Viele Telefonnummern bestehen aus sieben Ziffern. Das ist ein einfaches Beispiel für diese Regel.

Das Langzeitgedächtnis

Im Langzeitgedächtnis werden Informationen über lange Zeit gespeichet. Hier sind alle Informationen zu finden, die man mehrfach wiederholt (z. B. Vokabeln) hat oder einen starken Eindruck (wichtige Ereignisse im Leben) gemacht haben. Auch hier kann es passieren, daß Informationen, auf die lange nicht zugegriffen wurde, vergessen werden.
Gerade beim Übergang der Informationen vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis kann man durch eine besondere Präsentation der Informationen erreichen, daß sie gut im Gedächtnis bleiben.

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